Gesundheit rund um den Bolonka Zwetna



Stichworte: Patella-Luxation, PRA, Impfungen, Gesundheitscheck

 

Als Käufer eines Bolonka Zwetna haben Sie das Anrecht auf einen körperlich und seelisch gesunden Welpen. Eine seriöse Zuchtstätte versichert Ihnen, dass der von Ihnen übernommene Welpe frei von bekannten Erberkrankungen ist und auch sonst keine bekannten Erkrankungen bei der Abgabe vorliegen. Zudem erklärt ein Züchter, dass er sich bei der Aufzucht persönlich um die Mutterhündin und die Welpen gekümmert hat und den Welpen eine zeitgemäße Prägungs- und Sozialisierungsphase ermöglicht hat. Falls der Welpe irgendwelche Mängel im Sinne von "Schönheitsfehlern", körperlichen Handicaps oder psychischen Auffälligkeiten (z.B. ausgesprochene untypische Schüchternheit) aufweisen sollte, gibt der Züchter Ihnen die entsprechenden Informationen. Ich will Ihnen hier die wichtigsten Informationen zu den aktuell bekannten Erbkrankheiten geben und auch auf mögliche andere Erkrankungen bzw. gesundheitliche Störungen eines Welpen oder Junghundes hinweisen. Da ich selber kein Tierarzt bin, verweise ich auf ein öffentlich zugängliches Video im Internet und gebe Ihnen die Quellen an.

 

Informationen zu Erbkrankheiten beim Bolonka Zwetna

Hier finden kurze Informationen zu erblichen Erkrankungen, die auch bei der noch jungen Rasse Bolonka Zwetna auftreten können. Es ist selbstverständlich, dass meine Zuchthunde auf alle aktuell bekannten Erbkrankheiten untersucht sind und frei davon sind. Die jeweiligen Untersuchungsergebnisse meiner Zuchthunde sind jederzeit einsehbar:

PL = Patella Luxation    PRA = progressive Retina Atrophie  

    

 Patella LuxationEine Patella Luxation, ein „Verrutschen“ oder „Verrenken“ der Kniescheibe kann sowohl vererbt, in der Wachstumsphase erworben als auch verletzungsbedingt sein. Bei Zwerghunden und Miniaturrassen gehört die Patella Luxation an die Innenseite des Knies (mediale Patella Luxation) zu den häufigsten Erbfehlern. Eine Verschiebung an die Außenseite des Knies (laterale Patella Luxation) ist seltener und meist ein Problem mittelgroßer bis großer Rassen.

Die Kniescheibe ist in die Strecksehne des Hinterbeines eingelagert. Bei jedem Strecken und Beugen des Knies gleitet die Kniescheibe nach oben bzw. nach unten. Im gesunden Knie sorgen die gerade Zugrichtung des Streckmuskels und eine Knochenrinne dafür, dass die Kniescheibe nicht seitlich verrutschen kann. Bei einer angeborenen oder im Zuge der Entwicklung entstandenen Patella Luxation, stimmt die Zugrichtung des Streckmuskels nicht und die Knochenrinne ist zu flach um die Kniescheibe auf dem „geraden Weg“ zu halten. Kleine Hunde, die zur medialen Patella Luxation neigen, haben häufig O-Beine. Die laterale Patella Luxation größerer Hunde ist häufig die Folge von X-Beinen. In der Regel sind beide Knie von dieser Fehlbildung betroffen.

Man unterscheidet vier Schweregrade. Beim 1. Grad zeigt der Hund kaum Symptome. Nur hin und wieder hüpft er auf drei Beinen, geht aber sofort wieder normal, wenn die Kniescheibe zurück in die Knochenrinne gleitet. Eine Patella Luxation 1. Grades muss, wenn der Hund keine anderen Beschwerden zeigt, nicht behandelt werden. Der Hund darf aber auf keinen Fall für die Zucht verwendet werden.

Patella Luxationen des 2. bis 4. Grades müssen operiert werden. Sie stellen eine echte Behinderung des Hundes dar, weil er seine Knie nicht mehr strecken kann. In extremen Fällen hoppeln bereits Welpen wie Kaninchen. Außerdem führt die ständige Fehlbelastung des Kniegelenks zu schmerzhaften Arthrosen. Das ist auch der Grund, warum man den Hund im Welpenalter operieren sollte, sobald sich die ersten Symptome zeigen. Denn je länger das Knie falsch belastet wird, desto gravierender sind die Spätschäden.

Leider kann es nach der Operation zu Rückfällen kommen. Der Erfolg der Operation sollte daher wöchentlich vom Tierarzt kontrolliert werden. Bei einem Rückfall muss nochmals operiert werden, aber auch hier gilt je eher das Problem „angepackt“ wird, desto größer die Aussichten auf Erfolg.

Während man der Patella Luxation nach medial, also dem Problem der kleinen Rassen nicht vorbeugen kann, ist eine Vorbeugung bei großen Rassen zumindest zum Teil möglich. Denn hier ist häufig ein zu schnelles Wachstum verantwortlich für die Fehlbildung des Kniegelenks. Gerade Hunde großer Rassen sollten in der Wachstumsphase nur mäßig gefüttert werden. Denn eine üppige Fütterung führt zu einer raschen Zunahme des Muskelgewebes, mit dem die Skelettentwicklung nicht mithalten kann. Die verhältnismäßig weichen Knochen und Gelenke des jungen Hundes verformen sich sonst unter dem Gewicht der Muskulatur. In leichten Fällen von Patella Luxationen nach lateral kann daher schon eine Diät und strikte Einschränkung der Bewegung zur Besserung führen.

 

PRA = progressive Retina Atrophie ... bzw. gPRA = generalisierte progressive Retina Atrophie

 

Hintergründe und Diagnose Verbreitung

 

Generalisierte progressive Retina Atrophie (gPRA) ist eine vererbte Augenerkrankung bei Hunden. Dieses kontinuierlich fortschreitende Augenleiden führt im Endstadium immer zur Blindheit. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Erkrankung erstmals in Europa bei den Gordon Settern beschrieben und ist heute in vielen Hunderassen für die Züchter ein großes Problem.      

 

gPRA ist eine Erkrankung der Netzhaut (Retina). Dieses Gewebe befindet sich auf der Innenseite des hinteren Augapfels und enthält die Sehsinneszellen (Stäbchen und Zapfen). Diese sog. Photorezeptorzellen absorbieren das durch die Augenlinse gebündelte Licht und verwandeln es durch eine Reihe von chemischen Reaktionen in elektrische Nervensignale. Die Signale der verschiedenen Nervenzellen der Retina werden dann über den Sehnerv zum Gehirn weitergeleitet und dort zu einem wahrnehmbaren Bild verarbeitet. Die Stäbchen sind spezialisiert auf die Signalaufnahme im Dämmerlicht. Die Zapfen dagegen sind zuständig für die Verarbeitung des Tageslichts und für das Farbensehen. Bei der gPRA gehen gewöhnlich zuerst die Stäbchen zugrunde und im späteren Stadium der Erkrankung auch die Zapfen. Beim Menschen gibt es ein der gPRA gleichartiges Erkrankungsbild, die so gen. Retinitis Pigmentosa (RP). 

 

Vererbung

Bis auf eine Ausnahme ist die gPRA in allen Hunderassen nach jetzigem Erkenntnisstand eine autosomal rezessiv vererbte Erkrankung. Das bedeutet, daß ein erkrankter Welpe eine defekte Gen-Kopie vom Vater und eine defekte Gen-Kopie von der Mutter erhalten haben muss, also beide Elternteile eines erkrankten Tieres eine defekte Gen-Kopie tragen oder selbst an gPRA erkrankt sind. Da erkrankte Hunde zwei defekte Gen-Kopien besitzen sind alle Nachkommen eines an gPRA erkankten Hundes wiederum Träger einer defekten Gen-Kopie. Den vier gPRA-Formen mit frühem Krankheitsbeginn, rcd1 in irischen Settern, rcd2 in Collis, rcd3 in Cardigan WelshCcorgies, und erd in norwegischen Elchhunden, lassen sich Mutationen in unterschiedlichen Genen zuordnen. In gPRA-Formen, die durch einen späten Krankheitsbeginn gekennzeichnet sind, wie bei den Zwergpudeln, englischen und amerikanischen Cocker Spaniels, Labrador Retrievern, Portugiesischen Wasserhunden und Chesapeak Bay Retrievern, ist wahrscheinlich das gleiche, noch nicht identifizierte Gen mutiert. Bei den Sibirischen Huskys wird die PRA X-chromosomal vererbt. Somit erben männliche Nachkommen von an gPRA erkrankten Müttern auf jeden Fall ein defektes X-Chromosom. Da sie kein zweites X- sondern ein Y-Chromosom besitzen, welches den Defekt nicht ausgleichen kann, werden diese Nachkommen stets erkranken. Trägerinnen nur eines defekten X-Chromosoms geben den Gendefekt und somit die Erkrankung mit 50%tiger Wahrscheinlichkeit an die männlichen Nachkommen weiter. Weibliche Nachkommen an XPRA erkrankter Mütter und Väter sind als sichere XPRA-Träger anzusehen

 

Die Diagnose "gPRA" wird durch eine augenärztliche Untersuchung gestellt. Ein Tierarzt erweitert den Hunden mit Augentropfen die Pupillen und untersucht mit einem augenärztlichen Instrument, dem indirekten Ophthalmoskop, die Netzhaut. Bei verschiedenen Formen der gPRA findet der Tierarzt die folgenden ophthalmologischen Veränderungen: erhöhte Reflexion des Fundus (die Innenseite des Augenhintergrundes, der Netzhaut anliegend), verminderte Durchmesser und Verzweigungen der retinalen Blutgefässe, Schrumpfung des sichtbaren Bereichs des optischen Nervs (nervöse Verbindung der Netzhaut zum Gehirn) Der Krankheitsbeginn ist spezifisch für die verschiedenen Rassen. Wenn ein Hund diese o.g. Veränderungen zeigt, ist dies ein sicheres Zeichen, daß er in absehbarer Zeit seine Sehkraft verlieren wird. Die Diagnose kann noch durch ein Elektroretinogramm (ERG) bestätigt werden. Hierbei werden die elektrischen Ströme gemessen, die von der Retina ausgehen, ähnlich dem Elektrokardiogramm (EKG) zur Untersuchung der Herzfunktion. Es bestehen zwei Unterschiede zum EKG: Das ERG kann nur die Antwort auf einen Lichtblitz aufzeichnen, zeigt also nur eine kurze Momentaufnahme der Nervensignale. Der Hund muß narkotisiert werden, um eine ganz genaue Aufzeichnung zu gewährleisten. Bei allen an PRA erkrankten Hunden sind die Signale des ERGs stark verringert oder ausgelöscht. Das ERG kann für die frühe Diagnose oder spezifische PRA-Formen angewendet werden. So können PRA-Hunde schon erkannt werden, bevor klinische Merkmale offensichtlich sind. Wichtig für die genaue Auswertung und Interpretation der ERG-Muster ist die Kenntnis des Krankheitsbeginns und -verlaufs in den einzelnen Rassen, um die Veränderungen im ERG den spezifischen PRA-Dysfunktionen zuordnen zu können. Somit sollten mit den Untersuchungen nur Tierärzte betraut werden, die sich auf Augenkrankheiten bei Hunden spezialisiert haben, wie z.B. die Tierärzte des Dortmunder Ophtalmologen-Kreises (DOK).

 

Impfungen·       

Impfungen sind für Hunde lebenswichtig! Als Welpe sollten sie eine Grundimunisierung gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose erhalten haben. Später kommt noch die Tollwut-Impfung hinzu. Diese Impfungen werden im Heimtierausweis dokumentiert und sind insbesondere bei Reisen in Ausland und auch beim Besuch von Tierärzten, Ausstellungen, Zuchtzulassungsprüfungen stets mitzuführen. ·       

 

Ich persönlich halte nichts von dem Trend mancher Halter und Züchter nicht mehr zu impfen...die Argumente hier sind subjektiv und entbehren dem aktuellen wissenschaftlichen Stand.

Zudem bergen Sie ein sehr großes Risiko für die Erkrankung des Hundes und sogar Ansteckkungen für den Menschen mit Folgen bis hin zum Tod des Tieres und Erkrankung des Menschen. ·       

Bitte lassen Sie Ihren Welpen regelmäßig gegen die typischen Infektioskrankheiten impfen und beachten Sie die Empfehlungen Ihres Tierarztes.